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Pressemitteilung 02/02
Reformbedarf für den Mittelstand angemahnt
Dringender politischer Reformbedarf wurde deutlich in einem Gespräch
zwischen Vertretern des F.D.P.-Landesvorstandes unter dem Vorsitz von Walter
Hirche und NHT-Vertretern unter Vorsitz von Präsident Kurt Rehkopf am
12.02.2002 in Hannover.
Insbesondere stimmten die
Gesprächsteilnehmer darin überein, dass es dem handwerklichen
Nachwuchs erleichtert werden müsse, Existenzgründungen und
Betriebsübernahmen durchzuführen. Zwar gebe es umfangreiche
finanzielle Hilfen, wie Meisterbafög, Meisterprämie oder
vergünstigte Landesdarlehen, die aber dann ins Leere laufen würden,
wenn die sonstigen Rahmenbedingungen nicht stimmten und Engagement und Leistung
als Selbständige sich in Deutschland nicht lohnten.
Beide Seiten
stimmten deshalb darin überein, dass die staatlichen Frondienste der
Unternehmen zurückgeschraubt werden müssten, eine Liberalisierung
arbeitsrechtlicher Vorschriften, z. B. im Kündigungsrecht, dringend
erforderlich sei und die Lohnzusatzkosten drastisch runtergefahren werden.
Diese Kosten führten inzwischen zu dem höchst unwillkommenen
Nebeneffekt der stetigen Steigerung von Schwarzarbeit als direkter Konkurrent
legaler Unternehmen.
Deutschland, so die Gesprächspartner,
entwickele sich immer mehr zu einem Beamtenstaat mit
Vollversorgungsmentalität und nur wenig Lust zu Reformen, was
inzwischen schon europa- und weltweit kritisiert werde.
Ein weiteres
Thema des Treffens betraf die politische Repräsentanz des
niedersächsischen Handwerks im Landtag. Walter Hirche stimmte der
Auffassung und dem Wunsch von NHT-Präsident Kurt Rehkopf zu, dass alle
Parteien selbstständigen Handwerkern realistische Chancen einräumen
müssen, als Mitglieder des Landtages die dortige Arbeit durch ihr
wirtschaftliches Know how zu unterstützen. Er werde sich in jedem Fall
dafür einsetzen, dass die F.D.P.-Parteigremien diesem berechtigten Wunsch
des Handwerks nachkommen.
Hannover, 18.02.2002