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Pressemitteilung 02/03

Handwerk demonstriert ....weil eingeschnürt und abkassiert !

Eine Premiere besonderer Natur erlebte das niedersächsische Handwerk am heutigen Freitag, 24.01.2003 in Hannover: Zum ersten Mal seit dem zweiten Weltkrieg gingen ca. 4.500 Handwerker unter dem Motto: "Handwerk gegen Stillstand: Jetzt reicht´s" auf die Straße. Begleitet wurde dieser Protestzug durch einen Autokorso von mehreren hundert Firmenwagen, LKW und Baustellenfahrzeuge.

"Die Lage ist für das mittelständische Handwerk so ernst wie nie", sagte Kurt Rehkopf, Präsident des Niedersächsischen Handwerkstages und des Veranstalters, der Unternehmensverbände Handwerk Niedersachsen, bei seiner Abschlussrede auf dem Opernplatz. Seit Jahren bestehe die sogenannte Mittelstandspolitik in Deutschland darin, den mittelständischen Betrieben immer mehr Belastungen aufzubürden, unter denen sie jetzt zusammenzubrechen drohten. "Eingeschnürt und abkassiert - so fühlen wir uns derzeit. Damit es in Deutschland wieder aufwärts geht, sind grundlegende Strukturreformen erforderlich- und zwar getragen von allen politischen Parteien - niemand darf sich hier aus der Verantwortung stehlen" sagte Rehkopf.

Zusammen mit den anderen Rednern fasste er die Kernforderungen des Handwerks zusammen: Eine drastische Senkung der Sozialversicherungsbeiträge sei erforderlich, damit sich jeder Bürger legal einen Handwerker leisten könne. Gerade im personalintensiven Handwerk schnürten die hohen Lohnzusatzkosten den Betrieben die Luft ab. Zudem hätten sie zur Folge, dass sich die Schwarzarbeit als einzige Wachstumsbranche erweise. Mit einer Steuerreform, die diesen Namen auch verdiene, müsse das Nettoeinkommen der Bürger dauerhaft und effektiv erhöht und damit die Nachfrage angekurbelt werden. Zudem sei eine nachhaltige Deregulierung des Arbeitsmarktes und der Abbau von mittelstandsfeindlicher Bürokratie Voraussetzung dafür, dass die Betriebe auch wieder den Mut zu Einstellungen hätten. "Nur unter diesen Voraussetzungen können wir das weiter sicherstellen, für das wir in vielen Sonntagsreden oft gelobt werden: Verlässlicher Arbeitgeber und Ausbilder vor Ort zu sein" - hier waren sich alle Redner einig.

Hannover, 24.01.2003