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Es geht wieder aufwärts im niedersächsischen Handwerk. So
lautet die gute Botschaft von NHT-Präsident Kurt Rehkopf
anlässlich der 100-Tage-Bilanz der Schwarz-Roten-Bundesregierung am
heutigen Aschermittwoch.
Optimismus, Zuversicht und in vielen Bereichen
eine deutlich gestiegene Nachfrage nach handwerklichen Produkten und
Dienstleistungen kennzeichne die Situation bei den Betrieben. Insbesondere das
Bauhauptgewerbe, die Investitionshandwerke und die Nahrungsmittelhandwerke
profitierten von diesem Aufwärtstrend. Zudem rechne er damit, dass sich
auch die wirtschaftliche Situation im Kfz-Handwerk nach oben bewege, sobald das
Wetter besser werde und die Autobesitzer sich auf das Frühjahr und Sommer
vorbereiteten. Stimulierende Impulse erwarte er auch im Bereich der
energetischen Sanierung von Gebäuden. Die immer weiter gestiegenen
Energiepreise und die von der Bundesregierung jüngst verbesserten
Förderkonditionen der KfW-Gebäudeprogramme trügen entscheidend
dazu bei, dass das Ausbauhandwerk auf eine günstige wirtschaftliche
Entwicklung "bauen" könne.
Wirtschaft sei, so Präsident
Rehkopf, zu einem Großteil auch Psychologie. Er hoffe deshalb, dass die
negativen Konsumnachwehen der Euro-Einführung und die unsägliche
Geiz-ist-Geil-Welle, die für viele arbeitslose Handwerker gesorgt haben,
nun endgültig abgeklungen seien. Es gelte, nach vorne zu schauen und mit
den Reformen nicht stehen zu bleiben. Im Vordergrund der deutschen
Wirtschaftspolitik müssten, so Rehkopf, weitere stimulierende
Maßnahmen zur Ankurbelung der Binnenkonjunktur stehen. Dazu gehörten
eine schnelle gesetzgeberische Umsetzung der politischen Ankündigung der
Absetzbarkeit von Handwerkerrechnungen, ein in sich schlüssiges
Unternehmenssteuerkonzept, das Kapitalgesellschaften und
Personengesellschaften gleichermaßen entlaste, die Senkung der
Lohnzusatzkosten im Rahmen einer umfassenden Reform der
Sozialversicherungssystems genauso wie die Einführung eines
reduzierten Mehrwertsteuersatzes.
"Man muss das Eisen schmieden, so
lange das Feuer noch heiß ist." Dieser handwerkliche Grundsatz gelte auch
für eine gute Politik. Bedenkenträger dürften nicht vorgeben,
was zu geschehen habe. Deshalb wünsche er sich mehr politischen Mut bei
der Einführung eines solchen reduzierten Steuersatzes. Andere Länder,
wie z. B. Frankreich, hätten bereits vor Jahren vorgemacht, wie dies
erfolgreich umgesetzt werden kann. Rehkopf fordert die Bundesregierung auf,
diese einmalige Chance nicht aus der Hand zu geben.
Hannover, 01.03.2006.2006