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Im Rahmen der traditionellen Aschermittwochspressekonferenz stellte NHT-Präsident Karl-Heinz Bley die Ergebnisse einer Blitzumfrage vor, an der sich mit 1.080 Betrieben überraschend viele Betriebsinhaber/innen aus allen Berufsgruppen des Handwerks beteiligten. Zu Jahresbeginn werde die Lage im Handwerk durch die Unternehmen vergleichsweise positiv bewertet. So meldeten 51 % eine "zufriedenstellende" Geschäftslage und 24 % stuften sie sogar als "gut" ein. Jeder 4. Betrieb zeigte sich zu Jahresbeginn "unzufrieden". Die Wirtschaftskrise habe bisher besonders bei den industrienahen Handwerksbranchen deutliche Bremsspuren hinterlassen, betonte Bley. Auch das Kfz-Gewerbe komme mit dem Auslaufen der Abwrackprämie in ein sehr unsicheres Fahrwasser. Positiv habe aber das Konjunkturpaket II und seine zügige Umsetzung in Niedersachsen gewirkt und damit eine deutliche Abkühlung im Baugewerbe verhindern können.
Befragt nach der Prognose für das erste Halbjahr 2010 gaben insgesamt 47 % der Unternehmen an, mit einer sich abschwächenden Wirtschaftsentwicklung zu rechnen, darunter gingen allerdings nur knapp 7 % von einer deutlichen Verschlechterung aus. Demgegenüber erwarten über die Hälfte der Betriebe zumindest eine Stabilisierung, darunter knapp 6 % sogar eine Besserung der wirtschaftlichen Entwicklung. Obgleich die Prognose für das Jahr 2010 noch von großen Unsicherheiten geprägt sei, zeichne sich zwar eine Abkühlung im Handwerk ab, ein deutlicher Konjunktureinbruch werde bis dato aber nicht erwartet.
Vergleichsweise positiv fielen die Antworten auf die Frage nach der Entwicklung der Personalbestände aus. Eine breite Mehrheit der Betriebe, nämlich insgesamt über 72 %, beantworteten diese Frage mit "stabil" oder "zunehmend". Deshalb so Bley, könne trotz einer sich abschwächenden Wirtschaftsentwicklung auch mit einem moderaten Beschäftigungsrückgang für 2010 im Handwerk gerechnet werden. Allerdings machte NHT-Präsident Bley auch deutlich, dass im Handwerk die Mitarbeiterbindung traditionell sehr hoch sei und sich der bereits abzeichnende Fachkräftemangel in den Antworten niederschlage.
Vor diesem Hintergrund seien die Unternehmen erstmals in der
Blitzumfrage 2010 nach den Bewerberzahlen für Ausbildungsplätze und
ihren Möglichkeiten, die angebotenen Ausbildungsplätze zu besetzen,
befragt worden. 52,4 % der Unternehmen registrierten schon jetzt einen
Rückgang der Bewerberzahlen für Ausbildungsplätze. Auch bei der
Besetzung der angebotenen Ausbildungsplätze spiegelt sich diese
Entwicklung wider. 26,3 % der angebotenen Plätze blieben im vergangenen
Jahr unbesetzt. Setze man, so Bley, diese Zahl in Relation zu den im letzten
Jahr ca. 19.000 neuen Ausbildungsverträge im niedersächsischen
Handwerk, so könne von einer Zahl von fast 5.000 Ausbildungsplätzen
gesprochen werden, die die Unternehmen nicht besetzen können. Deshalb
fordere er auch von Seiten der Politik ein deutliches Bekenntnis zur dualen
Ausbildung. Er spreche sich deutlich dagegen aus, dass in den Berufsbildenden
Schulen als Konkurrenz zu den Ausbildungsplatzangeboten der Betriebe,
Berufsfachschulen als Parallelangebote eingerichtet und ab Februar beworben
werden. Hier lägen, so Bley, deutliche Einsparreserven auch für den
Landeshaushalt. Deshalb sei ein Kurswechsel in der Schulpolitik des Landes und
der Kommunen als Schulträger bei diesem wichtigen Thema dringend
erforderlich.
Hannover, 17.02.2010