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Pressemitteilung 04/04

Siegerehrung im Rahmen des Wettbewerbs ‚Mittelstandsfreundliche Kommunen in Niedersachsen 2004' durchgeführt

Im Niedersächsischen Landtag wurden heute die Samtgemeinde Artland und der Landkreis Diepholz im Wettbewerb Mittelstandsfreundliche Kommunen in Niedersachsen 2004 für herausragende Leistungen ausgezeichnet. Dieser Wettbewerb, der vom Niedersächsischen Handwerkstag, der Arbeitsgemeinschaft Niedersächsischer Kreishandwerkerschaften und der Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen Spitzenverbände Niedersachsen zum zweiten Mal durchgeführt wurde, soll eine aktive und wirtschaftsorientierte Haltung der Kommunen auszeichnen und so in den Verwaltungen zu mehr Bewusstsein für wirtschaftsfreundliche Strukturen führen. Die Auszeichnung nahmen NHT-Präsident Kurt Rehkopf und der 1. Vizepräsident des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes, Uwe Peter Lestin, MdL vor.

In seiner Laudatio für die Samtgemeinde Artland, die für hervorragende Leistung in der Rubrik "Städte und Gemeinden" ausgezeichnet wurde, hob Rehkopf die Gradlinigkeit der Gemeinde bei der Aufrechterhaltung niedriger kommunaler Steuern, Abgaben und Gebühren hervor. Dafür sei die Samtgemeinde Artland bereits von der Universität Göttingen zu einer der 50 wettbewerbsfähigsten Wirtschaftsstandorten in Deutschland erklärt worden. Auch die Samtgemeinde Artland habe sich im Bereich der Wirtschaftsförderung besondere Verdienste erworben. Dafür habe sie extra eine Agentur mit 5 Mitarbeitern gegründet. Darüber hinaus gebe es ein Gründerzentrum, einen Handwerkerring zur Förderung von Kooperationen, zahlreiche Einzelhandelsaktivitäten, ein Coaching für Existenzgründer und regelmäßig verliehene Gründerpreise. Besonders würdigte Rehkopf die kommunale Verkehrsplanung der Samtgemeinde Artland. Kostenlose Parkplätze in der Stadt Quakenbrück sowie der Verzicht auf den Einsatz von Politessen und der Rückbau von Verkehrsschildern sowie die Schaffung eines Parkleitsystems seien aus Sicht des Mittelstands vorbildlich.


Foto: Irmke Frömling, Norddeutsches Handwerk

In seiner Laudatio für den Landkreis Diepholz, der in der Rubrik "Landkreise" ausgezeichnet wurde, würdigte NHT-Präsident Kurt Rehkopf das vorbildliche Verhalten des Landkreises im Bereich der Öffentlichen Auftragsvergabe. Der Landkreis lege großen Wert auf mittelstandsfreundliche Losgrößen. Diese Praxis sei für die Verwaltung arbeitsaufwendiger, gebe aber kleinen und mittleren Handwerksunternehmen gleiche Wettbewerbschancen und sei im Ergebnis meist die kostengünstigere Variante als die Vergabe an Generalunternehmer. Auch die vorbildliche Zahlungsmoral des Landkreises Diepholz, der Zahlungsfristen gemäß VOB in der Regel deutlich unterschreite, würdigte Rehkopf. Neben einem wirtschaftsfreundlichen Genehmigungsverfahren sei auch die Wirtschaftsförderung des Landkreises nachahmenswert. Diese reiche von der Förderung des Technologietransfers, über die Einrichtung einer EU-Koordinierungsstelle für KMU, einer Existenzgründungsoffensive bis zu einer Ausbildungsinitiative, im Rahmen derer der Landkreis u.a. Schulen das Gütesiegel "Berufs- und Ausbildungsfreundliche Schule" verleiht. Vor dem Hintergrund einer zurück gehenden Ausbildungseignung bei jungen Menschen, würdigte Rehkopf besonders auch die Tatsache, dass Seminare über Umgangsformen für Auszubildende durchgeführt würden.


Foto: Irmke Frömling, Norddeutsches Handwerk

Weitere Siegerpreise wurden im Rahmen der Feierstunde im Niedersächsischen Landtag verliehen an den Landkreis Harburg für seine Aktivitäten im Bereich der Wirtschaftsförderung, die vorbildlichen Privatisierungsbemühungen und die Unterstützung der Betriebe im Bereich der Lehrlingsausbildung, an die Stadt Bad Pyrmont für mittelstandsfreundliches Genehmigungsverfahren, niedrige kommunale Steuern, Abgaben und Gebühren sowie ein wirtschaftsfreundliches Verkehrsplanungssystem. Zwei Ehrenpreise gingen an den Landkreis Gifhorn für seine bundesweit einmaligen und vorbildhaften Aktivitäten im Bereich der Bekämpfung der Schwarzarbeit und illegalen Beschäftigung sowie an die Gemeinde Büddenstedt für ein eindrucksvolles persönliches Engagement der gesamten Verwaltung. "Die mittelständische Wirtschaft ist das Rückgrat jeder Kommune", betonte Uwe Peter Lestin und wies darauf hin, dass die Städte, Gemeinden und Landkreise gut beraten seien, ihre örtlichen Betriebe zu beraten, zu fördern und auch zu fordern, um das Gemeindeleben aktiv zu gestalten. Als kleines Zeichen der Verbundenheit mit diesem Wettbewerb überreichte Lestin einen kommunalen Pokal um der Jury auch künftig zu ermöglichen nicht nur große Kommunen, mit einer eigenen Stabsstelle für die Wirtschaftsförderung auszuzeichnen, sondern auch kreisangehörige Städte und Gemeinden, die im kleinen Rahmen viel bewirken und ein gutes Beispiel für praktische Mittelstandsförderung sind. NHT-Präsident Rehkopf hob in seiner Ansprache hervor, dass mittelstandsfreundliches Verhalten nicht von der Größe einer kommunalen Gebietskörperschaft abhänge. Für die Ausrichter des Wettbewerbs und die Jury seien tatkräftiges Engagement und kommunalpolitische Glaubwürdigkeit entscheidend. Es sei sehr erfreulich, dass sich dieser Wettbewerb etabliert habe und mit Leben erfüllt werden konnte. Die Kommunen in Niedersachsen könnten sich auf künftig darauf verlassen, dass das Handwerk an ihrer Seite stehe, wenn es darum gehe, ihnen nicht nur zusätzliche Aufgaben zu übertragen, sondern dafür auch die erforderlichen Finanzmittel zur Verfügung zu stellen. Er hoffe, dass dieser Gesichtspunkt bei der großen Verwaltungsreform, die zur Zeit in Niedersachsen durchgeführt werde, konsequent berücksichtigt werde. Abschließend rief Präsident Rehkopf alle Handwerksorganisationen und Kommunen des Landes dazu auf, sich auch am Wettbewerb 2006 wieder aktiv zu beteiligen.

Ansprache von Herrn Präsident Rehkopf

Hannover, 25.05.2004