Reform der Berufsgenossenschaften
- Bundesratsinitiative der
Landesregierung bleibt hinter Erwartungen zurück -
Als
Schritt in die richtige Richtung bezeichnete NHT-Präsident Kurt
Rehkopf die heute beschlossene Bundesratsinitiative der Landesregierung zur
Reform der Berufsgenossenschaften. Angesichts der stetig steigenden
Beitragshöhe bestehe hier dringender Reformbedarf. Die von den
Berufsgenossenschaften erhobene Umlage sei allein vom Arbeitgeber zu tragen und
orientiere sich an der Lohnsumme der Betriebe. Das stetige Ansteigen dieser
Umlage in den letzten Jahren habe gerade im lohnintensiven Handwerk zu einer
nicht mehr akzeptablen finanziellen Belastung geführt. Es sei deshalb
richtig, dass die Landesregierung mit ihrer Initiative jetzt handele.
Allerdings lasse der Vorstoß der Landesregierung wesentliche
Vorschläge des Handwerks vermissen. Dazu gehören:
- die Herausnahme der nichtbetriebsveranlassten
Wegeunfälle aus dem Leistungskatalog, da sie dem allgemeinen Lebensrisiko
zuzurechnen und vom Arbeitgeber nicht beeinflussbar seien,
- der Ausschluss der illegal beschäftigten Arbeitnehmer
und Schwarzarbeiter von den Leistungen der gesetzlichen
Unfallversicherer,
- die Steuerfinanzierung der Rentenaltlasten aus dem
Beitrittsgebiet,
- die präzise Abgrenzung der Berufskrankheiten von
allgemeinen Gesundheitsrisiken.
Präsident Rehkopf bezweifelte, ob die Initiative der
Landesregierung in ihrer jetzigen Form eine ausreichende Grundlage sei, die
Beitragsbelastungen der Unternehmen durch die Berufsgenossenschaften deutlich
zu senken. Er drückte seine Hoffnung aus, dass es im Rahmen des
parlamentarischen Verfahrens auf Bundesebene gelingen werde, die
Reformvorschläge des Handwerks aufzugreifen.
Hannover, 12.10.2004