Nachfrage stärken - Abgaben senken
Handwerk legt
Wahlprüfsteine vor
Im Rahmen einer Pressekonferenz am 16.10.2007 stellte der
Niedersächsische Handwerkstag seine Wahlprüfsteine für die
kommende Landtagswahl vor. NHT-Präsident Karl-Heinz Bley
verdeutlichte, dass am 27. Januar 2008 mit den Betriebsinhabern,
Beschäftigten und Familienangehörigen ein Wählerpotential von
ca. 2 Millionen Personen aufgerufen sei, ein politisches Votum abzugeben.
Deshalb, so Bley, habe man bei der Erstellung der Wahlprüfsteine auch die
Unternehmen selbst in Form einer Umfrage zu aktuellen Themen mit
einbezogen. Die Ergebnisse dieser Umfrage seien in die Wahlprüfsteine
eingebaut worden. Daraus leiteten sich folgende Erwartungen an die
Landespolitik ab:
- Die Verbesserung der Ausbildungsfähigkeit und
die Stärkung des dualen Systems gehörten zu den
Kernforderungen des Handwerks. Eine deutliche Mehrheit der Unternehmen spreche
sich in diesem Zusammenhang gegen vollzeitschulische Angebote
Berufsbildender Schulen aus. Vielmehr fordern die Unternehmen eine weitere
Verbesserung der Ausbildungsfähigkeit der Jugendlichen durch das
allgemeinbildende Schulsystem.
- Eine wichtige Baustelle für die künftige
Landesregierung sei nach Auffassung der Unternehmen der Einsatz auf Bundesebene
für eine weitere Senkung der Sozialversicherungsbeiträge. Die
Arbeitskosten seien noch deutlich zu hoch. Insbesondere eine weitere Senkung
des Arbeitslosenversicherungsbeitrages auf bis zu 3,2 % sei möglich und
zur Entlastung von Arbeitgebern und Arbeitnehmern erforderlich. Auch eine
Reform der gesetzlichen Unfallversicherung bleibe nach wie vor auf der
politischen Agenda. Wegeunfälle und der Versicherungsschutz für
Schwarzarbeiter seien aus dem Leistungskatalog zu streichen.
- Die künftige Landesregierung sei des weiteren
aufgerufen, auch in Zukunft eine mittelstandsorientierte
Wirtschaftspolitik zu betreiben. Angesichts der schwierigen Situation
speziell im privaten Wohnungsbau seien deutliche Anreize zur Stimulierung der
Wirtschaft, wie z. B. die Ausweitung des Steuerbonus für handwerkliche
Dienstleistungen, eine Ausweitung der Landesinvestitionen, z. B. im
Baubereich, erforderlich. Aber auch die schrittweise Rückführung
des Solidaritätszuschlages auf Null dürfte angesichts steigender
Steuereinnahmen kein Tabuthema mehr sein. Die Verbraucher, so Bley,
verfügten nach wie vor über einen zu geringen Nettolohn, um die
Binnenkonjunktur nachhaltig zu stärken.
- Ein weiteres wichtiges Thema der künftigen
Landesregierung sei die Verbesserung des Klimaschutzes und die Sicherung
von Arbeitsplätzen durch eine Förderung des Einsatzes erneuerbarer
Energien. Der NHT begrüße in diesem Zusammenhang das von der
Landesregierung beschlossene Energiesparinvestitionsprogramm ESIP für die
energetische Sanierung landeseigener Liegenschaften. Bley: "Wir erwarten
darüber hinaus eine Energiespar-Marketing-Kampagne und ein stärkeres
Engagement bei der energetischen Sanierung der Landesliegenschaften."
- Die neue Landesregierung sei schließlich aufgerufen,
sich deutlich für faire Wettbewerbsbedingungen und gegen
Lohndumping und Schwarzarbeit einzusetzen. Arbeits- und
Ausbildungsplätze, so Präsident Bley, könnten nur dann
entstehen, wenn bestimmte Spielregeln eingehalten würden. Zu diesen
Spielregeln gehöre nach Auffassung des NHT das Landesvergabegesetz
und die Anwendung der Vergabevorschriften VOB und VOL durch alle
niedersächsischen Kommunen.
In den nächsten Tagen und Wochen werden die Wahlprüfsteine
durch die Kammern, Kreishandwerkerschaften, Verbände und Innungen an alle
interessierten Handwerksunternehmen sowie an Bewerber um politische Mandate
verteilt. Er erhoffe sich, so Bley, eine rege Diskussion und eine
Berücksichtigung dieser Positionen im Rahmen von Wahlprogrammen,
Regierungserklärungen und dem künftigen politischen Handeln der
Niedersächsischen Landesregierung.
Die Wahlprüfsteine als
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Hannover, 16.10.2007