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Als Aktionismus bewertet der Präsident der Niedersächsischen Handwerkstages, Kurt Rehkopf, den vorliegenden Referentenentwurf für ein Gesetz über Teilzeitarbeit und befristete Arbeitsverträge. Nach der Neuregelung der sogenannten DM 630,00 - Verträge und der Scheinselbständigen Verhältnisse bereite das Bundesarbeitsministerium einen dritten Schnellschuss vor, der an der betrieblichen Realität im Handwerk vorbeigehe und einen eklatanten Eingriff in die Vertragsfreiheit zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber enthalte. Zwischen Versand und der Erörterung des Gesetzentwurfs mit Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden liege gerade mal eine Woche. Anscheinend beabsichtige die Bundesregierung, so schnell wie möglich endgültige Fakten zu schaffen.
Wie soll, so Rehkopf, ein Handwerksbetrieb Neueinstellungen vornehmen, wenn der langjährig beschäftigte Arbeitnehmer nur eine Arbeitszeitverkürzung von fünf bis acht Wochenstunden anstrebe. Dies sei in der Mehrzahl der Fälle, so auch die Begründung zu dem Referentenentwurf, jedoch von den Arbeitnehmern gewünscht. Schon jetzt existiere in vielen Handwerksbranchen ein zunehmender Facharbeitermangel, der dazu führe, dass viele Stellen unbesetzt blieben. Diese Entwicklung werde verstärkt mit der Folge, dass die verbleibenden Arbeitskräfte die vorhandene Arbeit bewältigen müssten.
Als besonders schwerwiegend bewertet Präsident Rehkopf den Umstand, dass bestimmte Arbeitsplätze, insbesondere im Führungsbereich, nicht teilbar seien. Er erwarte daher, dass dieser Gesetzentwurf bestimmt nicht die Chancen von Frauen für Führungspositionen verbessern werde. Zu dem erwarte er negative Folgen im Verwaltungs- und Kostenbereich der Unternehmen und Auswirkungen auf den Umfang der Schwarzarbeit durch das verstärkte Vorhandensein sogenannter langer Wochenenden für Arbeitnehmer.
Als Fazit könne festgehalten werden, dass der Trend in die Freizeitgesellschaft durch einen solchen Gesetzentwurf verstärkt werde, ohne gleichzeitig Impulse für den Arbeitsmarkt zu beinhalten.
Hannover, 12.09.00