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Pressemitteilung 07/01
Ganzheitliches Mittelstandskonzept Erfolgsmodell für das
Handwerk
Anlässlich der 2. Fortschreibung des Ganzheitlichen
Mittelstandskonzeptes im Rahmen des Niedersächsischen Mittelstandstages
bezeichnete NHT-Präsident Kurt Rehkopf diese Form der Zusammenarbeit
zwischen Landesregierung und Mittelstandsverbänden als "Erfolgsmodell
für das Handwerk". Durch das Mittelstandskonzept sei sowohl in der Politik
als auch in den Verwaltungen mehr Mittelstandsbewusstsein geschaffen worden.
Durch die klar formulierten Vereinbarungen und deren konsequente Umsetzung sei
Transparenz und Vertrauen entstanden.
Mit der 2. Fortschreibung sei es
nun gelungen, neue Schwerpunkte im Bereich der Wirtschaftspolitik zu setzen.
Dazu gehöre eine Verbesserung der Bürgschaftsvergabe und der Vergabe
von Beteiligungskapital durch die Mittelständische
Beteiligungsgesellschaft. Dieses müsse nun konsequent umgesetzt werden,
denn gerade dem Einsatz von Risiko- und Beteiligungskapital komme im Zuge der
neuen Ratingverfahren eine höhere Bedeutung zu.
Zu ganz wichtigen
Rahmenbedingungen, die jetzt verbessert werden müssten, gehöre die
Schwarzarbeitsbekämpfung, zu der sich das Land im Rahmen seines
Zuständigkeitsbereiches ausdrücklich bekenne. Auch die zugesagte
Überprüfung der Tariftreueverpflichtung, insbesondere in den
angrenzenden Bereichen zu den neuen Bundesländern, sei ein positives
Signal, gerade für die niedersächsische Bauwirt-schaft.
Anlass häufiger Kritik im Handwerk sei die nicht konsequente
Anwendung des öffent-lichen Vergaberechts gewesen. Hier habe das Land nun
zugesagt, alle Möglichkeiten zu prüfen, wie dieses Vergaberecht
zugunsten von klein- und mittelständischen Unternehmen ausgeweitet werden
könne. Dazu gehöre auch die Zusage der Landesregierung, künftig
die Geltung der VOB auch für private Bauvorhaben in den entsprechenden
Bewilligungsbescheiden festzuschreiben, wenn diese durch öffentliche
Gelder des Landes bezuschusst würden.
Auch die völlige
Neuaufnahme von Vereinbarungen zu europapolitischen Fragen sei ein positives
Kennzeichen der 2. Fortschreibung des Ganzheitlichen Mittelstandskonzeptes.
Dazu würde beispielsweise die Vereinbarung zur Fortführung
transnationaler Austauschprogramme und die Gründung einer dafür
zuständigen Lehrlingsaustauschagentur gehören. Schließlich sei
es auch gelungen, erste klare Aussagen für die anstehende
Schulstrukturreform zu erreichen. Insofern komme im Text des Ganzheitlichen
Mittelstandskonzeptes deutlich zu Ausdruck, dass es keine Sekundarschulen geben
werde und dass auch künftig differenzierte Abschlussprofile an
Hauptschulen und Realschulen unverzichtbar bleiben.
Ingesamt bewertete
Präsident Kurt Rehkopf das Ergebnis dieser 2. Fortschreibung des
Ganzheitlichen Mittelstandskonzeptes als sehr positiv für das Handwerk.
Natürlich seien nicht alle Forderungen durchgesetzt worden. Insofern sei
das Ganzheitliche Mittelstandskonzept kein Forderungspapier des Mittelstandes,
sondern eine Vereinbarung, die im Konsens entstanden sei. Kritiker dieser Form
der Zusammenarbeit müssten sich jedoch vorhalten lassen, so Rehkopf, dass
nichts einfacher sei, als Trennendes zu finden. Schwieriger, aber
letztendlicher ertragreicher für das Handwerk, sei es, mit der
Landesregierung gemeinsam Handlungsfelder zu erschließen und konsequent
zu bearbeiten, um dadurch konkrete Fortschritte zu erzielen.
Hannover, 25.06.2001