![]() |
Aktuell |
Mit großer Sorge und Enttäuschung wird
gegenwärtig die Debatte um eine Erhöhung der Mehrwertsteuer
verfolgt. Eine reine Umverteilung der Lasten ist keine Lösung für
den Standort Deutschland! Der Mittelstand braucht eine deutliche Entlastung und
zwar vor allem bei den Arbeitskosten! Eine substanzielle Reduzierung der
Sozialversicherungsbeiträge setzt allerdings zunächst ein Konzept
für eine durchgreifende Strukturreform der sozialen Sicherungssysteme
voraus!
Die Ökosteuer hat deutlich gezeigt, dass eine
Steuererhöhung der Politik zwar kurzfristig Luft verschafft, aber im
Endeffekt nur eine Scheinlösung darstellt. Die jetzt angekündigte
Mehrwertsteuererhöhung wird zu einem weiteren, deutlichen
Vertrauensverlust führen, den vor allem die verbrauchernahen
Wirtschaftsbereiche spüren werden. Es besteht bei dieser Vorgehensweise
zudem die Gefahr, dass die dringend notwendige substanzielle Reform der
sozialen Sicherungssysteme weiter aufgeschoben, wenn nicht sogar verhindert
wird.
Der Niedersächsische Handwerkstag fordert zunächst
ein Gesamtkonzept zur deutlichen Reduzierung der Sozialabgaben und damit der
Arbeitskosten, bei der die Stärkung der Eigenvorsorge ein wichtiger
Bestandteil sein muss. In einem zweiten Schritt sind die versicherungsfremden
und daher gesamtgesellschaftlich zu finanzierende Aufgaben aufzugliedern und
über Steuern zu finanzieren. Dabei muss die Finanzierung vor allem durch
eine Rückführung der Staatsausgaben im konsumtiven Bereich erfolgen.
Eine mögliche Erhöhung von Verbrauchssteuern kann
ausschließlich als allerletzter Schritt erwogen werden. Dabei ist als
zentrale Vorgabe im Auge zu behalten, dass arbeitsintensive
Wirtschaftsbereiche am Ende der Kette eine substanzielle Nettoentlastung
verzeichnen können müssen, wenn in Deutschland in den kommenden
Jahren Arbeitsplätze gesichert und neue geschaffen werden sollen.
Hannover, 11.07.2005