![]() |
Aktuell |
Im Rahmen der Preisverleihung im Wettbewerb Mittelstandsfreundliche Kommunen in Niedersachsen konnten heute im Niedersächsischen Landtag 6 niedersächsische Kommunen mit 4 Hauptpreisen und 2 Sonderpreisen in Form von Pokalen und Urkunden ausgezeichnet werden. Dieser Wettbewerb findet bereits zum 4. Mal statt. Es ist eine gemeinsame Initiative der Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Spitzenverbände Niedersachsens, des Niedersächsischen Handwerkstages und der Arbeitsgemeinschaft niedersächsischer Kreishandwerkerschaften.
Ausgezeichnet werden mittelstandsfreundliche Initiativen niedersächsischer Kommunen, also von Gemeinden, Samtgemeinden, Städten und Landkreisen auf Themengebieten, wie z. B. der Mittelstandsförderung, der öffentlichen Auftragsvergabe, der kommunalen Verkehrsplanung, des Umweltschutzes, der Bekämpfung der Schwarzarbeit, der Genehmigungspraxis oder einer wirtschaftsfreundlichen Gestaltung von Steuern, Abgaben und Gebühren.
Die beiden ersten Hauptpreise erhielten in diesem Jahr der Landkreis Oldenburg sowie für den Bereich Städte und Gemeinden die Stadt Schneverdingen.
Die Bewerbung des Landkreises Oldenburg zeichnete sich durch eine Vielzahl mittel-standsfreundlicher Initiativen bzw. Verwaltungshandeln aus. Dies betrifft besonders die mittelstandsfreundliche Vergabe öffentlicher Aufträge selbst im Rahmen größerer Baumaßnahmen mit dem Ziel der Stärkung der einheimischen Wirtschaft, der Privatisierung öffentlicher Aufgaben sowie ein mittelstandsfreundliches Genehmigungsverfahren. Positiv bewertet wurden Maßnahmen im Rahmen der Familienfreundlichkeit von Firmen sowie die Aktivitäten im Rahmen der Bekämpfung von Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung.
Das nicht nur große Kommunen viel leisten können, sondern auch kleinere Städte, zeigte die Stadt Schneverdingen, an die der zweite erste Preis ging. Schneverdingen punktete insbesondere in Sachen Schule, Bildung, Sport, Kinderbetreuung und Ausbildung. Aber auch weit unter dem Landesdurchschnitt liegende Gewerbesteuern, günstige Gas- und Wasserpreise sowie eine umfangreiche Auftragsvergabe an ansässige mittelständische Unternehmen, insbesondere auch des Handwerks, zeichnen die Kommunalpolitik in Schneverdingen aus. Ein Unternehmen sei gut beraten, sich in Schneverdingen niederzulassen, um so gute wirtschaftliche Rahmenbedingungen und gleichzeitig einen hohen Erholungswert für seine Mitarbeiter miteinander zu verknüpfen.
Zwei weitere Siegerpreise erhielten der Landkreis Göttingen sowie die Hansestadt Lüneburg.
Der Landkreis Göttingen zeichnet sich insbesondere durch eine sehr kundenfreundliche Baugenehmigungspolitik für Gewerbebetriebe aus. Dabei übernimmt die Stabsstelle des Landrates persönlich die Lotsenfunktion. Im Hinblick auf kommunale Steuern, Abgaben und Gebühren hat sich der Landkreis dafür eingesetzt, bei jungen Firmen oder Existenzgründern ganz auf Gebühren zu verzichten. Auch gegenüber dem Niedersächsischen Finanzministerium wurde eine entsprechende Initiative gestartet. Eine weitere auszeichnungswürdige Initiative des Landkreises betrifft die Errichtung eines zentralen Arbeitgeberservices in Göttingen mit Außenstellen, die für eine kostenlose passgenaue Vermittlung von Arbeitssuchenden sorgt. Allein 2007 konnten so 3.000 Vermittlungen in den ersten Arbeitsmarkt realisiert werden, wobei auch Handwerksunternehmen von diesem Angebot rege Gebrauch machen.
Der Hansestadt Lüneburg wurde auch von ihrer Kreishandwerkerschaft attestiert, dass sie ein sehr mittelstandsfreundliches Umfeld biete. Die Jury ließ sich sehr gerne von diesem Urteil überzeugen, dass bei der öffentlichen Auftragsvergabe, bei der Zahlungsmoral oder bei Genehmigungsverfahren in der Tat eine mittelstandsfreundliche Praxis vorherrscht. Ein Lüneburger Schwerpunkt ist zudem die Förderung des Umwelt- und Klimaschutzes durch einen speziell für Handwerksbetriebe eingerichteten Förderfonds.
Traditionell werden im Wettbewerb Mittelstandsfreundliche Kommunen in Niedersachsen Sonderpreise für herausragende Einzelleistungen von Kommunen vergeben. Die Sonderpreise gehen in diesem Jahr an den Landkreis Emsland für den Bereich Bildung und an die Stadt Wolfenbüttel für den Bereich Citymarketing und Wirtschaftsförderung.
So hat der Landkreis Emsland einen Berufsnavigator zur Kompetenzsteigerung und Berufsorientierung von Schülerinnen und Schülern eingesetzt. Diese können so ihre persönlichen Stärken entdecken und den richtigen Berufsweg einschlagen, was für 15- oder 16-jährige Jugendliche oft nicht leicht ist. Daneben wurde ein Gütesiegel für Schulen entwickelt, im Rahmen dessen die Hauptschulen und Förderschulen ihre Leistungen im Bereich der Berufsvorbereitung darstellen und bewerten lassen können. Die ausbildende Wirtschaft erhält so ein qualitätsorientiertes Zertifikat. Ausbildende Betriebe wissen genau, mit welchen Qualifikationen und welchem Wissen ein Jugendlicher eine Schule verlässt.
Die Stadt Wolfenbüttel liegt gewissermaßen im Windschatten der Städte Wolfsburg und Braunschweig, die durch große Einkaufszentren in der jüngsten Zeit von sich reden machten. Deshalb hat die Stadt Wolfenbüttel einen Schwerpunkt ihrer mittelstandsorientierten Kommunalpolitik in den Bereich Marketing und Wirtschaftsförderung gelegt. Zusammen mit der örtlichen Wirtschaft wurde ein professionelles Citymarketingkonzept finanziert und eingerichtet. So konnte erreicht werden, dass die Leerstandsquote auf einem sehr geringen Niveau gehalten werden kann.
Hannover, 14.10.2008