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Der Niedersächsische Handwerkstag hat die höchste Auszeichnung des niedersächsischen Handwerks, den Ehrenring, an Wirtschaftsminister Walter Hirche am 07. November 2007 in Lüneburg vergeben. In seiner Laudatio wies NHT-Präsident Karl-Heinz Bley darauf hin, dass der politische Werdegang von Walter Hirche von den siebziger Jahren an bis heute mit dem Handwerk eng verknüpft gewesen sei. Als Vorsitzender des Kultusausschusses des Niedersächsischen Landtages begleitete der damalige Kultuspolitiker Walter Hirche in den Jahren 1974 bis 1978 die wichtigen Weichenstellungen für die überbetriebliche Lehrlingsausbildung im Handwerk und die Sicherstellung der finanziellen Rahmenbedingungen. In seine erste Amtszeit als Niedersächsischer Wirtschaftsminister von 1986 bis 1990 fielen wichtige handwerkspolitische Entscheidungen, wie die Gründung des Niedersächsischen Handwerkstages, die er von der Geburtsstunde an begleitete. In diese Zeit fielen aber auch die zahlreichen Aktivitäten zur Stärkung des Messestandortes Hannover. Ins Leben gerufen wurde in diesen Jahren das später im Handwerk außerordentlich erfolgreiche Landesdarlehensprogramm, das für kleine und mittlere Unternehmen in Niedersachsen das wichtigste Förderprogramm in den darauf folgenden Jahren wurde. Die Mittelstandspolitik von Walter Hirche war, so Präsident Bley, ihrer Zeit oft weit voraus. Dies zeigte sich ganz deutlich in der Gründung des Innovationsnetzwerkes im Jahre 1989. Dies Netzwerk verfüge heute über mehr als 200 Mitglieder aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Wirtschaftsförderern und Kammern. Es sei für den Bildungstransfer gerade für Handwerksbetriebe unentbehrlich geworden.
Auch in den Jahren zwischen 1990 und 2003, als das politische Wirken von Walter Hirche vorwiegend außerhalb Niedersachsens stattfand, rissen die Kontakte zum Handwerk nicht ab. Walter Hirche war stets ein gern gesehener Gesprächspartner bei allen Organisationsteilen des Handwerks. Die Handwerker merkten einfach, so Bley, dass mit Walter Hirche eine Person zu ihnen sprach, die etwas vom Handwerk und von den Problemen der Betriebe und Berufe verstand.
Die gute Zusammenarbeit wurde auch nach 2003, als Walter Hirche erneut Wirtschaftsminister wurde, fortgesetzt. So wurde ein neues Innovationsprogramm des Handwerks ins Leben gerufen und zwischen den Handwerksorganisationen und dem Wirtschaftsministerium das Arbeitsprogramm Handwerk verabredet, das den Rahmen der handwerkspolitischen Zusammenarbeit in der laufenden Legislaturperiode festlegte. Gerade dieses Arbeitsprogramm Handwerk trug zu wichtigen Vereinbarungen, wie z. B. der Senkung der Lohnzusatzkosten, der Schaffung von Eigenkapital, dem Abbau von Zuständigkeitsüberschneidungen beim Arbeitsschutz, der Bekämpfung der Schwarzarbeit und der illegalen Beschäftigung, bei. Ein ganz wichtiges Thema der Zusammenarbeit zwischen Walter Hirche und dem Handwerk war zudem die Erschließung neuer internationaler Märkte. So wurde bereits vor der EU-Osterweiterung die Osteuropa-Agentur bei der VHN gegründet. Diese Agentur hat vielen Handwerksbetrieben inzwischen ermöglicht, ihre Chancen auf neuen Märkten wahrzunehmen.
Das vielleicht wichtigste Anliegen von Walter Hirche betraf die berufliche Zukunft des handwerklichen Nachwuchses. Dank des von ihm initiierten Niedersächsischen Ausbildungspaktes konnte nicht nur die vielzitierte Ausbildungskatastrophe in Niedersachsen vermieden werden, der Ausbildungspakt sorgte auch dafür, dass die niedersächsischen Handwerksbetriebe mit einer Ausbildungsquote von fast 12 % bundesweit an der Spitze liegen.
Zum Ende seiner Laudatio wies Bley darauf hin, dass die Aufzählung der politischen Verdienste Walter Hirches sich in einer entsprechenden Würdigung der persönlichen Eigenschaften des Menschen Walter Hirche widerspiegelten. Auch in dieser Beziehung könne er mit Freude feststellen, dass Walter Hirche in der Zusammenarbeit mit dem Handwerk immer mit Offenheit, Sachorientiertheit, Verbindlichkeit und beiderseits vertretbaren Lösungen gearbeitet habe. Dies sei, so Bley, nicht selbstverständlich und unterstreiche noch einmal die Bedeutung dieser Ehrung.
Hannover, 07.11.2007