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Frohe Botschaften könne man zum Jahresende aus dem Zuliefersektor des niedersächsischen Handwerks verkünden, so Kurt Rehkopf, Präsident des Niedersächsischen Handwerkstages (NHT). Die anziehende Industriekonjunktur habe diesem Handwerksbereich ausgelastete Kapazitäten, volle Auftragsbücher und gute Umsätze beschert. Konjunkturelle Aufwärtstendenzen seien auch bei den handwerklichen Dienstleistern und den Gesundheitshandwerken zu verzeichnen gewesen. Die Krise im Bauhauptgewerbe und im Kfz-Sektor habe aber im Jahr 2000 vielen Handwerksbetrieben in diesen Branchen sehr zugesetzt und ihr Geschäftsjahr vermasselt. Unter dem Strich werde sich der Umsatz im niedersächsischen Handwerk zum Jahresende landesweit um 75 Mrd. DM bewegen. Die Zahl der Beschäftigten werde bei einem leichten Rückgang im Jahresdurchschnitt voraussichtlich bei ca. 530.000 liegen.
Das Handwerk als regionaler Wirtschaftsbereich und wichtigster Arbeitgeber und Ausbilder in vielen ländlichen Gebieten Niedersachsens brauche eine breitere Basis für eine durchgreifende Konjunkturerholung. Der bisher vor allem exportorientierter Aufschwung erreiche das Handwerk so gut wie nicht, betont Rehkopf. Die Lage im Bausektor und auch im Kfz-Gewerbe werde voraussichtlich zunächst weiter angespannt bleiben. Hoffnungsträger für das Jahr 2001 sei der prognostizierte Anstieg der privaten Nachfrage. Bei einem geschätzten Wirtschaftswachstum von 2,8 %, einer im Zuge der Steuerreform erwarteten wachsenden Kaufkraft der Konsumenten und sinkende Arbeitslosenzahlen zeige sich dafür eine gute Basis. Allerdings werde das Bild gegenwärtig getrübt durch den Anstieg der Energiepreise, nicht zuletzt im nächsten Jahr auch durch das weitere Heraufschrauben der Ökosteuer. Hierdurch werde der Verbraucher und vor allem auch der kleine Handwerksbetrieb spürbar belastet.
Der NHT sehe bei der Schaffung wirtschaftsfreundlicher Rahmenbedingungen für das Handwerk und den Mittelstand die niedersächsische Landesregierung in der Pflicht. Der Vorstoß von Ministerpräsident Gabriel beispielsweise mit Blick auf das in der kontroversen Diskussion stehende Teilzeitgesetz sei richtig gewesen. Auch vor dem Hintergrund der nächsten Stufe der Ökosteuer erwarte das niedersächsische Handwerk ein klares Veto durch Gabriel gegen künftige weitere Stufen. Die Bundespolitik gebe viel Raum, sich als Niedersachse für den Mittelstand einzubringen. Die Steuerreform, die das Handwerk erst 2005 spürbar entlaste, und die längeren Abschreibungsfristen, die die Liquidität der Betriebe einschränke, seien dafür wichtige Anknüpfungspunkte. Aber auch auf Landesebene gebe es eine Reihe von politischen Herausforderungen. Vor dem Hintergrund der sich in den nächsten Jahren verschärfenden Kreditbedingungen seien dieses beispielsweise Verbesserungen bei der Vergabe von Beteiligungskapital als eine alternative Finanzierungsform auch für Handwerker. Auch die Diskussion um die Einrichtung einer Niedersächsischen Auffanggesellschaft für unverschuldet in Not geratene Unternehmen gewinne mit Blick auf das durch die BSE-Problematik verursachte Krise im Fleischerhandwerk wieder an Aktualität, betont Rehkopf.
Hannover, 29.12.2000