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Aktuell |
Notwendige Hilfe für Flutopfer kann nicht allein durch den
Mittelstand und die Arbeitnehmer getragen werden.
Die Steuerreform
für die Kapitalgesellschaften sei in Kraft und habe vor allem die
großen Unternehmen in Deutschland entlastet. Der Mittelstand, der immer
wieder von Seiten der Politik als Beschäftigungsbringer und Ausbilder
verbal hofiert werde, sei schon in Stufen vertröstet worden, so Kurt
Rehkopf, Präsident des Niedersächsischen Handwerkstages (NHT).
Dabei sei die Entlastung gerade des Mittelstandes essentiell für eine
Konjunkturbelebung und den Abbau von Arbeitslosigkeit.
Die Hilfe
für die Flutopfer müsse als eine nationale Aufgabe verstanden werden,
die nicht allein von den Bürgern und den kleinen Unternehmen getragen
werden könne. Wenn man die Wirtschaft schon zur Finanzierung heranziehe,
könne man nicht gerade die von Steuern entlasteten großen Konzerne
davon ausnehmen. Der Glaube an eine mittelstandsfreundliche Politik sei im
Handwerk zutiefst erschüttert. Die Steuerentlastungen für den
Mittelstand, die schon von Anfang an nach hinten verschoben worden seien,
würden nun noch weiter verzögert. Anstatt über
Haushaltsumschichtungen nachzudenken, die Abschätzung des vollen
Ausmaßes der Schäden abzuwarten und die vielen Spendenaufrufe - auch
die Aktion "Handwerk hilft Handwerkern" - in ihrer Wirkung voll zu erfassen,
habe die Bundesregierung sehr schnell und sehr bereitwillig die
Steuerentlastung für den Mittelstand zu Grabe getragen. Man müsse
sich fragen, wie sicher die dritte Stufe der Steuerreform im Jahre 2005 vor
diesem Hintergrund überhaupt noch sei? Die Enttäuschung sitze tief,
so Rehkopf.
Hannover, 20.08.2002