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Pressemitteilung 14/01
Ernst der Lage um Auswirkungen von Basel II endlich erkannt
NHT
begrüßt ernsthafte Auseinandersetzung um Konsequenzen aus Basel II
für den Mit-telstand
Endlich sei die Diskussion auf die
richtige Ebene gehoben worden, so Kurt Rehkopf, Präsident des
Niedersächsischen Handwerkstages (NHT). Wenn die
Finanzierungsgrundlage für den Mittelstand verschlechtert werde, dann
müsse sich auf Bundes- und auf Länderebene auch die Landesregierung
einschalten. Wie deutlich die Alarmglocken mit Blick auf den Mittelstand
schrillen, werde deutlich, wenn sich der Bundeskanzler persönlich auch aus
China oder der Bundeswirtschaftsminister aus Indien zu diesem Thema
äußerten.
Immer mehr Rückmeldungen, dass sich die
Kreditvergabebedingungen verschärfen, kämen aber schon jetzt aus den
Handwerksbetrieben. In einer Umfrage der Handwerksorganisation auf Bundesebene
Anfang des Jahres sei bereits von 20 % der westdeutschen Handwerksbetriebe
berichtet worden, dass schon in den letzten 5 Jahren die Möglichkeiten der
Fremdfinanzierung schlechter geworden seien. Von dieser Entwicklung seien
die Kleinbetriebe tendenziell stärker als die Großbetriebe
betroffen. Hier zeige sich der Rückzug der Banken aus der kleinvolumigen
Kreditvergabe nur zu deutlich, so Rehkopf.
Rating im Sinne von Basel II
werde diese Entwicklung bei nicht mittelstandsgerechter Ausgestaltung weiter
verschärfen. Es könne nicht sein, dass bisher übliche
Sicherungsinstrumente nicht mehr anerkannt, dass die Unterlegungserfordernisse
für mittel- und langfristige Kredite erhöht werden sollen. Es
müsse allen klar sein, dass die Bundesregierung sehr wohl Einfluss darauf
habe, die neue Baseler Vereinbarung, die 2002 verabschiedet und 2005 in Kraft
treten soll, zu kippen. Die Vereinbarung aus Basel II müsse in
europäisches Recht umgesetzt werden. Einer solchen Richtlinie müsse
dann die Bundesregierung zustimmen. Über diese Hebel sei es möglich,
die Interessen des Mittelstandes zu verankern.
Ein politisches
Feigenblatt unter dem Motto, gegen eine EU-Richtlinie könne Deutschland
nichts machen, werde es nicht geben. Die Bundesregierung könne nur davor
gewarnt werden, die maßgeblichen Entscheidungen über die
Bundestagswahl im Herbst 2002 hinauszuzögern. Eine Verschärfung der
Kreditvergabekonditionen werde dazu führen, dass bereits kurzfristig
gerade Unternehmen in Problemlagen in den Ruin getrieben werden. Gut sei es,
wenn dieses die Politik frühzeitig erkenne.
Hannover, 05.11.2001