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Aktuell |
Kaum ist die Wahl vorüber, geht die Steuerdebatte in die
völlig falsche Richtung weiter, beklagt Kurt Rehkopf, Präsident des
niedersächsischen Handwerkstages (NHT). Die Lage im niedersächsischen
Handwerk mit seinen knapp 500.000 Beschäftigten sei extrem angespannt.
Weitere Belastungen seien weder für die Verbraucher noch für die
Unternehmen tragbar. Weiter steigende Ökosteuerabgaben, höhere
Rentenversicherungsbeiträge, Reformstau im Gesundheitswesen, steigende
Tabaksteuer seien neben den täglichen Meldungen bezüglich
Beschäftigtenabbau und Kursstürzen an den Börsen die
Konjunkturbremsen schlechthin. Über Kaufzurückhaltung müsse sich
vor diesem Hintergrund kein Mensch wundern, die Politik schüre durch die
unvermindert fortgeführte Debatte um Steuer- und Abgabenerhöhungen
eine große Verunsicherung in der Bevölkerung.
Allein im
niedersächsischen Handwerk seien bei deutlichen Umsatzrückgängen
im letzten Jahr bereits über 20.000 Stellen gestrichen worden. Auch
für dieses Jahr zeichne sich nicht im Ansatz eine Trendwende ab. Im
Vergleich zur ersten Jahreshälfte 2001 seien die Beschäftigtenzahlen
im Jahr 2002 um 6 % und die Umsätze um 5,5 % weiter gesunken. Es
könne im Handwerk bereits jetzt davon ausgegangen werden, dass diese
Rückgänge auch in der zweiten Jahreshälfte nicht mehr
aufgefangen werden könnten. Es werde intern bei weiteren
Umsatzrückgängen von einem unverminderten Abbau von 15.000 bis 20.000
Stellen bis Ende 2002 ausgegangen. Das Handwerk erwarte nun endlich von der
Politik ermutigende Signale und die Umsetzung echter Reformen. Dabei
gehöre gerade die durch die Ökosteuer überproportionale
Belastung der Kleinstbetriebseinheiten abgeschafft und nicht fortgeführt.
Bereits die Aussetzung der Steuerreform sei ein Fehler gewesen. Es werde sich
auch auf der politischen Bühne rächen, wenn nicht endlich gehandelt
werde. Das Ende einer Legislaturperiode komme oft schneller als noch zu Beginn
gedacht. Reformen mit echten Entlastungswirkungen gerade auch im Hinblick auf
die Lohnzusatzkosten seien unverzüglich in Angriff zu nehmen, betont der
Handwerksvertreter.
Hannover, 27.09.2002