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Aktuell |
Die Ergebnisse der rot/grünen Koalitionsverhandlungen in Berlin
seien für das Handwerk sehr enttäuschend. Die Reaktion auf die
Ergebnisse der Koalitionsgespräche, die jetzt in allen
Regierungsprogrammen einmünden, reiche von Resignation bis Depression, so
Kurt Rehkopf, Präsident des Niedersächsische Handwerkstag
(NHT). Das Regierungsprogramm setze ausschließlich auf das Stopfen
von Haushaltslöchern. Impulse für mehr Aufträge und
Beschäftigung seien auch nicht ansatzweise zu erkennen. Stattdessen
kämen auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlreiche zusätzliche
Belastungen zu. Zusammen mit der bereits verschobenen
Einkommenssteuerentlastung bedeute dies eine zusätzliche Verschlechterung
der Binnenmarkt-nachfrage. Die zusätzliche Belastung des Faktors Arbeit
mit Kosten werde nur zu einem Aufschwung bei der Schwarzarbeit führen und
eine weitere Auszehrung der Sozialversicherungssysteme bewirken.
Anstatt durch entsprechende Impulse die Rahmenbedingungen für die
mittelständische Wirtschaft zu verbessern, also Arbeitnehmer und
Arbeitgeber von Kosten zu entlasten und damit einen zusätzlichen Markt
für Aufträge zu ermöglichen, greife die Regierungskoalition
darüber hinaus auch noch zu völlig untauglichen Mitteln, wie einer
weiteren Aushöhlung des Meisterbriefes als Qualifikations- und
Zugangsvoraussetzung für eine Selbständigmachung im Handwerk. Der
Öffentlichkeit werde damit fälschlicherweise suggeriert, dadurch
könnten zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden. Das
Gegenteil, so Rehkopf, sei aber der Fall. Nicht ausreichend qualifizierte
Unternehmer auf einen Markt ohne Aufträge zu schicken, führe nur zu
noch mehr Unternehmenspleiten, steigender Arbeitslosigkeit und einer
Schwächung der qualifizierten handwerklichen Ausbildung.
Hannover, 16.10.2002