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Pressemitteilung 20/02

Handwerk als wichtiger Dienstleister
- Mut zur Zukunft zwischen Kostenoptimierung und Langfriststrategie -

Das Ziel war ehrgeizig: Mit der Veranstaltung "Als Dienstleister erfolgreich die Zukunft meistern - zwischen Kostenoptimierung und Langfriststrategie" am Montag, 28.10.2002 wollten das Niedersächsische Wirtschaftsministerium und der Niedersächsische Handwerkstag (NHT) verdeutlichen, dass sich für das Handwerk durch die Entwicklung hin zur Dienstleistungsgesellschaft nach wie vor Chancen bieten. Eine Aussage, die nachzuvollziehen vielen mittelständischen Betrieben angesichts der derzeitigen wirtschaftliche Lage und angesichts der aktuellen Diskussionen um zusätzliche Belastungen z.B. bei den Sozialversicherungsbeiträgen, schwerfällt.

Niedersachsens Wirtschaftsministerin Dr. Susanne Knorre wies in ihrer Begrüßung darauf hin, dass das Handwerk eine bedeutende Rolle im wachstumsstarken Dienstleistungssektor spielt. "Trotz kurzfristiger konjunktureller Herausforderungen darf das Handwerk die langfristige Ausrichtung nicht vernachlässigen", sagte Knorre. "Das Land hat in der Vergangenheit das Handwerk gefördert und wird es auch in Zukunft auf diesem Weg unterstützen."

Kurt Rehkopf, Präsident des NHT betonte, dass die Dienstleistungsorientierung nicht automatisch erfolgreich sei: Die mittelständischen Handwerksbetriebe könnten sich nur dann neue Dienstleistungsfelder erschließen, wenn die Rahmenbedingungen für ihr wirtschaftliches Handeln verbessert würden. Die angekündigte Erhöhung der Sozialversicherungsbeiträge hingegen sei gerade für das arbeitsintensive Handwerk extrem belastend. " Derzeit wird von unseren Betrieben viel abverlangt: Trotz des knallharten Kostendrucks und trotz der zusätzlichen Belastungen durch die politischen Entscheidungen dürfen sie die Notwendigkeit nicht aus den Augen verlieren, sich durch eine verstärkte Dienstleistungsorientierung am Markt zu orientieren", sagte Rehkopf. Nur so sei das wirtschaftliche Überleben möglich.

Dass dieses im Handwerk möglich sei, machten zwei Beispielfälle aus der Praxis deutlich. Mathias Reinsch aus Pattensen zeigte den Weg auf, wie er sich vom Maler zum Gestalter entwickelt habe und damit seine Fähigkeiten und Kreativität durch kundenorientierte Beratung auch unter kaufmännischen Gesichtpunkten erfolgreich habe am Markt platzieren können. Auch Brigitte Wagener, Friseurmeisterin aus Göttingen, machte eindrucksvoll deutlich, wie sie sich im Zuge der sich verstärkenden Wellness-Bewegung vom Haarschneider zum Beauty Coach entwickelt habe. Gerade im Handwerk seien die Möglichkeiten für eine Ausweitung hin zu neuen Dienstleistungen nicht zu unterschätzen. Auf der Basis einer hohen fachlichen Qualifikation werde es in Zukunft noch wichtiger werden, sich vorausschauend auf neue Marktrends und Kundenbedürfnisse einzustellen. Die anschließende Diskussionsrunde von Praktikern und Marketingexperten gaben dazu viele Impulse.

Gernot Schmidt, Präsident der Vereinigung der Handwerkskammern Niedersachsen (VHN) appellierte am Ende der Veranstaltung an die Bundes- und Landesregierung diesen Weg in die Dienstleistungsgesellschaft nicht mit neuen Belastungsplänen zu erschweren. Der Weg in die "legale" Dienstleistungsgesellschaft müsse nicht nur von neuen Ideen, sondern auch von deutlichen Steuer- und Abgabenentlastungen flankiert werden, ansonsten sei die blühende Schwarzarbeit nicht einzudämmen.

Hannover, 28.10.2002