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Das Ziel war ehrgeizig: Mit der Veranstaltung "Als Dienstleister
erfolgreich die Zukunft meistern - zwischen Kostenoptimierung und
Langfriststrategie" am Montag, 28.10.2002 wollten das
Niedersächsische Wirtschaftsministerium und der
Niedersächsische Handwerkstag (NHT) verdeutlichen, dass sich
für das Handwerk durch die Entwicklung hin zur Dienstleistungsgesellschaft
nach wie vor Chancen bieten. Eine Aussage, die nachzuvollziehen vielen
mittelständischen Betrieben angesichts der derzeitigen wirtschaftliche
Lage und angesichts der aktuellen Diskussionen um zusätzliche Belastungen
z.B. bei den Sozialversicherungsbeiträgen, schwerfällt.
Niedersachsens Wirtschaftsministerin Dr. Susanne Knorre wies in
ihrer Begrüßung darauf hin, dass das Handwerk eine bedeutende Rolle
im wachstumsstarken Dienstleistungssektor spielt. "Trotz kurzfristiger
konjunktureller Herausforderungen darf das Handwerk die langfristige
Ausrichtung nicht vernachlässigen", sagte Knorre. "Das Land hat in der
Vergangenheit das Handwerk gefördert und wird es auch in Zukunft auf
diesem Weg unterstützen."
Kurt Rehkopf, Präsident des
NHT betonte, dass die Dienstleistungsorientierung nicht automatisch
erfolgreich sei: Die mittelständischen Handwerksbetriebe könnten sich
nur dann neue Dienstleistungsfelder erschließen, wenn die
Rahmenbedingungen für ihr wirtschaftliches Handeln verbessert würden.
Die angekündigte Erhöhung der Sozialversicherungsbeiträge
hingegen sei gerade für das arbeitsintensive Handwerk extrem belastend. "
Derzeit wird von unseren Betrieben viel abverlangt: Trotz des knallharten
Kostendrucks und trotz der zusätzlichen Belastungen durch die politischen
Entscheidungen dürfen sie die Notwendigkeit nicht aus den Augen verlieren,
sich durch eine verstärkte Dienstleistungsorientierung am Markt zu
orientieren", sagte Rehkopf. Nur so sei das wirtschaftliche Überleben
möglich.
Dass dieses im Handwerk möglich sei, machten zwei
Beispielfälle aus der Praxis deutlich. Mathias Reinsch aus
Pattensen zeigte den Weg auf, wie er sich vom Maler zum Gestalter
entwickelt habe und damit seine Fähigkeiten und Kreativität durch
kundenorientierte Beratung auch unter kaufmännischen Gesichtpunkten
erfolgreich habe am Markt platzieren können. Auch Brigitte Wagener,
Friseurmeisterin aus Göttingen, machte eindrucksvoll deutlich, wie sie
sich im Zuge der sich verstärkenden Wellness-Bewegung vom Haarschneider
zum Beauty Coach entwickelt habe. Gerade im Handwerk seien die
Möglichkeiten für eine Ausweitung hin zu neuen Dienstleistungen nicht
zu unterschätzen. Auf der Basis einer hohen fachlichen Qualifikation werde
es in Zukunft noch wichtiger werden, sich vorausschauend auf neue Marktrends
und Kundenbedürfnisse einzustellen. Die anschließende
Diskussionsrunde von Praktikern und Marketingexperten gaben dazu viele Impulse.
Gernot Schmidt, Präsident der Vereinigung der Handwerkskammern
Niedersachsen (VHN) appellierte am Ende der Veranstaltung an die Bundes-
und Landesregierung diesen Weg in die Dienstleistungsgesellschaft nicht mit
neuen Belastungsplänen zu erschweren. Der Weg in die "legale"
Dienstleistungsgesellschaft müsse nicht nur von neuen Ideen, sondern auch
von deutlichen Steuer- und Abgabenentlastungen flankiert werden, ansonsten sei
die blühende Schwarzarbeit nicht einzudämmen.
Hannover, 28.10.2002