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Pressemitteilung 23/02

Umweltpolitik stärker an den Bedürfnissen kleiner und mittlerer Unternehmen ausrichten
Abschlussbericht der 4. Regierungskommission "Umweltmanagement und Kreislaufwirtschaft" heute vorgelegt

Zur Vorstellung des Abschlussberichtes der 4. Regierungskommission "Umweltmanagement und Kreislaufwirtschaft" äußerte sich heute Kommissionsmitglied Michael Koch für das niedersächsische Handwerk. Die Arbeit der 4. Regierungskommission sei aus Sicht des Handwerks grundsätzlich positiv zu bewerten. Umweltpolitische Veränderungen seien am besten im Konsens, also unter Beteiligung der gesellschaftlichen Gruppen vorzunehmen. Die Arbeit in der Kommission habe aber auch gezeigt, dass umweltpolitische Vorgaben häufig noch zu sehr an den Interessen von Großbetrieben und zu wenig an den Bedürfnissen kleiner und mittlerer Unternehmen ausgerichtet seien. Dies entspreche nicht der eigentlichen wirtschaftlichen Realität, denn kleine und mittlere Unternehmen stellten 99,7 % der Betriebe und 80 % der Beschäftigten. Dieses Problem zeige sich beispielhaft an der Einführung sog. Umweltmanagementsysteme nach EMAS und DIN ISO 14000 ff, die mit hohem bürokratischen Aufwand und erheblichen Kosten verbunden seien. Dies führe zwangsläufig zu einer geringen Teilnahme kleiner Betriebe an diesen Systemen. Trotz dieser bekannten Tatsachen sei es in der Kommission nicht gelungen, zu einer neuen und realitätsbezogeneren Bewertung von Umweltmanagementsystemen zu kommen. Allerdings habe die Kommission einhellig erkannt, dass auch alternative Umweltmanagementansätze mit geringeren formalen Anforderungen und Kosten im Wesentlichen ähnliche positive Effekte erzielen können.

In diesem Sinne engagiere sich auch das niedersächsische Handwerk. Mit dem Umweltministerium sei inzwischen das Projekt UiH (Umweltmanagement im Handwerk) vereinbart worden. Dieses Projekt, das am 01.12. im Bezirk der Handwerkskammer Braunschweig starten werde, verfolge die Ziele:

- ein individuelles System zu erarbeiten, mit dem eine kontinuierliche Verbesserung des Umweltschutzes im Betrieb erreicht werden kann
- aufzuzeigen, wie mit der Durchführung von Umweltschutzmaßnahmen Kosen gespart werden können
- Know-How zu vermitteln, wie mit Umweltschutz neue Kunden gewonnen werden können und damit die wirtschaftliche Situation des Betriebes verbessert werden kann.

Hannover, 02.12.2002